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Gemeinsam mit Flüchtlingen „Kochen im Ökotop“

26.03.2016 von Birgit Reis

Welcome Refugees

Nach eingehender Vorbereitung startete das Projekt im Ökotop im Oktober 2015. Als ehrenamtliche Helferin des SKFM (Sozialdienst katholischer Frauen und Männer, zuständig für die Koordination der Ehrenamtlichen), habe ich mich der integrativen Hilfe verschrieben. Darunter fallen Flüchtlinge, die in den Heimen registriert sind und auf ihre Aufenthaltsgenehmigung warten oder anerkannte Flüchtlinge, die noch keine Wohnung haben und auch diejenigen, die bereits eine Wohnung haben, jedoch Hilfe brauchen bei der Bewältigung des Alltags. Die zuerst genannten Gruppen haben viel Zeit, weil noch keine Deutschkurse laufen, keine Arbeit ausgeführt werden darf. LEBEN IN DER WARTESCHLEIFE. Diese Zeit gilt es sinnvoll mit Leben zu füllen. Das MITEINANDER ist wichtig um Berührungsängste abzubauen. Die Menschen sind so liebenswert, wenn man sie kennenlernt.

In der Vorbereitungszeit suchte ich bei verschiedenen linksrheinischen Veranstaltungen für Flüchtlinge nach Frauen, die an dem Projekt interessiert sind. Letztendlich hatte ich einen Stamm von 8 Frauen, die mir zuverlässig erschienen und einige Helferinnen. Trotz diverser Erinnerungen erschienen manche Frauen nicht, Helferinnen sagten ab. Aller Anfang ist schwer und es muss erst Vertrauen aufgebaut werden. Es gibt kulturbedingt höfliche Zusagen, die nicht eingehalten werden. Das Projekt musste sich noch herumsprechen, nur keine Resignation aufkommen lassen.


Dafür kamen andere Frauen, d. h. sie wurden zunächst in der Burgunderstraße abgeholt, manche, die einen Wohnsitz haben, kommen alleine. Den Anfang machten 8 Frauen unterschiedlicher Nationalität mit 3 Kindern, die die Schule besuchen und übersetzen konnten. Es brutzelte und köchelte auf allen Flammen und viele Fotos und Selfies hielten den Spaß fest, den alle dabei hatten. Ein bisschen Theorie und Planung, wie es weitergeht, zwischendurch und abschließend.

Vielen Neuankömmlingen ist eines gemeinsam: sie gehen nicht alleine aus ihrer Behausung heraus, das habe ich bei vielen regelmäßig stattfindenden Veranstaltungen festgestellt. Vielleicht verständlich in Anbetracht der kurzfristigen Planung der Behörden, die manchmal innerhalb von einer Stunde die Anwohner in ein anderes Quartier verlegen und diese ihre wenigen neuen Habseligkeiten schon wieder verlieren, weil sie keine Koffer haben, um sie zu verstauen oder gerade um die Ecke zum Einkaufen sind. Es hat sicher noch andere einfache Gründe. Wir gehen von unserer deutschen Mentalität der zuverlässigen Planung aus. Wir haben alles im Griff. Die Neubürger haben noch nicht einmal einen Terminkalender oder Kulis, um die vielen neuen Termine zu notieren. Das sollte unbedingt in das Willkommenspäckchen aufgenommen werden. Dazu kommt die unterschiedliche Wesensart. Da ist Geduld und Verständnis für das Fremde bei den Helfern vonnöten.

Seit dem Testlauf kommen immer mehr Frauen, sogar aus der Stadt, die von der freundlichen Atmosphäre und Hilfsangeboten gehört haben und ihre Freundinnen begleiten, die aus demselben Herkunftsland kommen. Am 6. Januar 2016 waren wir schließlich 40 Frauen und Kinder, davon 5 ehrenamtliche Helferinnen, die die Frauen beim Kochen mit einbinden und Gespräche führen, mit den Kindern spielen, einfach da sind und schauen, wo Hilfe benötigt wird.

Aus diesen Treffen ergeben sich weitere Hilfsangebote. Sobald ein Flüchtling seine 3-jährige Aufenthaltsgenehmigung erhalten hat werde ich aktiv, indem ich bei der Wohnungssuche helfe oder vermittle, Besuche beim Jobcenter begleite, die diversen Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung herausfinde und nutze. Alle Gelder, die die Kommune zur Verfügung stellt fließen nicht automatisch. Alle einzelnen Bedürfnisse müssen separat beantragt werden. Das sind Aufgaben, die ein Ausländer kaum alleine bewerkstelligen kann. Ich nutze das Netzwerk des SKFM. Wir treffen uns einmal im Monat und tauschen unsere Erfahrungen aus. Das ist sehr hilfreich und effizient.

Woran es uns mangelt ist die finanzielle Unterstützung des Projekts und es sind die ehrenamtlichen zuverlässigen Helferinnen, die mit anpacken und das Angebot längerfristig unterstützen.


Birgit Reis Tel: 01786038376

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